Seelenkiste


„...You must recover your awareness of the physical world. Architecture may be a tool to emphasize our senses and sharpen our consciousness of reality, which tends to be erased by speed and over-information.“

-Didier Faustino-


Der Traum von Arkadien ist tief verwurzelt in der Tradition der europäischen Kulturgeschichte. Der Hintergrund von Arkadien ist jedoch nicht fiktiv sondern ganz real. Es handelt sich dabei um einen Landstrich im Zentrum der griechischen Peloponnes, der durch seine karge und ursprüngliche Landschaft gekennzeichnet ist. Im Lauf der Jahrhunderte entwickelte sich Arkadien zu einem allgemeingültigen Sehnsuchtsort, der auch über die griechischen Landesgrenzen hinaus für die Menschen von Bedeutung wurde. Die Darstellungen in Bildender Kunst und Literatur wurden mit dieser Entwicklung einhergehend bunter und praller. Die Vorstellung von Arkadien änderte sich so zu der eines zweiten Garten Eden, in dem ein unbeschwertes, glückliches Leben möglich erscheint.
Durch die Geschwindigkeit unserer heutigen digitalisierten Lebenswelt wird der Traum nach einem neuen Arkadien immer stärker. Das Bedürfnis aus dem eigenem Alltag und der Gesellschaft temporär herauszutreten, ist bei vielen Menschen groß. Der damit weit verbreitete Wunsch nach Rückzugsorten auf dem Land aber auch inmitten der Stadt zeigt sich aktuell deutlich.







Mit unserem Projekt begeben wir uns ebenfalls auf die Suche nach Arkadien. Auf der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Kulturgeschichte wird eine sogenannte Seelenkiste errichtet, die dem Benutzer Raum bietet dieselbe baumeln zu lassen. Einerseits öffnet die Seelenkiste den Blick auf die Umwelt, andererseits kann sich ihr Bewohner in ihr selbst entdecken. Bei der Seelenkiste handelt es sich um eine kleine Forschungsstation, einen Minimalraum für maximal zwei Personen, der auf das Nötigste beschränkt ist. Ein Platz zum Schlafen, eine Nische zum Sitzen, ein gutes Buch, eine heiße Tasse Tee. Viel mehr braucht es nicht um ein ideales Umfeld für den gewünschten Rückzug und die Selbstreflektion zu bieten. Durch einen starken Bezug des reduzierten Raumangebots auf den menschlichen Maßstab, wird der Nutzer außerdem stark mit seiner eigenen leiblichen Erfahrung konfrontiert.
Dieser Selbstbezug soll weitere Prozesse und Gedankenströme freisetzen. Die Gestaltung der Seelenkiste lenkt von diesen Vorgängen nicht ab, sondern unterstützt die Einkehr und Selbstbesinnung durch ihre Reduktion von Mitteln und Angeboten. Die Seelenkiste dient so als Beobachtungspunkt des im Projekt zu ergründenden Arkadiens, des zu erforschenden Selbst.





Nach der Fertigstellung wurde die Seelenkiste an verschiedenen Orten aufgebaut um diese zu erforschen. Das modulare Konstruktionsprinzip erleichtert den Transport und ermöglicht einen mehrmaligen Auf- und Abbau. Die einzelnen Holzrahmenelemte werden von außen mit glasfaserverstärkten Kunststoffpaneelen verkleidet und von innen mit einer Holzlattung versehen. Diese Sandwichelemente werden als Ganzes montiert, durch Bolzen verbunden und schließlich mit Dichtungslippen abgedichtet.































Umsetzung des Projekts im Frühjahr 2012

Bauhaus- Universität Weimar
Professur Entwerfen und Baukonstruktion
Prof. Mag. Arch. Michael Loudon

Konzept & Ausarbeitung:
Matthias Prüger
Manuel Rauwolf
Ulrike Wetzel

Betreuung:
Dipl.- Ing. Architekt Daniel Reisch

gefördert durch:



Vielen Dank an:





Vielen Dank an:
Patrick Certain, Ringo Gunkel, Stefan Gräbner, Sabrina Hoeck, Till Hoffmann, Lena Heinkele, Florian Kirfel, Alexander Koch, Cornelia Müller, Elisabeth Kunkel, Fabio Magnago, Moritz Nicklaus, Marco Rüdel, Robert Sass, Maria Schoenen